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Kurz nach Beginn dieser 300-jährigen Untertanenzeit wütete 1499 der Schwabenkrieg, in dessen Verlauf das Dorf geplündert und fast vollständig niedergebrannt wurde. Danach aber blieben unsere Vorfahren bis zur Franzosenzeit von gewalttätigen Wirren verschont. Im Verlauf der Reformation - cuius regio, eius religio - setzte es das streng altgläubige Schwyz nach der Schlacht bei Kappel (1532) durch, dass Gams (dessen Kirchspiel auch Teile des Obertoggenburgs umfasse) seinen Übertritt zum reformierten Glauben wieder rückgängig machen musste. Dieses Diktat erklärt, weshalb unsere Gemeinde als Nachbarin der ehemals glarnerischen Werdenberger und zürcherischen Saxer bis heute eine katholische Insel im reformierten Bezirk Werdenberg geblieben ist. Die Glaubenszugehörigkeit dürfte neben der günstigen Verkehrslage auch ein Grund dafür sein, dass Gams über lange Zeit Etappenort der Pilgerrouten nach Einsiedeln und Rankweil in Vorarlberg war. Die Ortsbezeichnung Pilgerbrunnen erinnert noch daran.

Der Französischen Revolution stand Gams - wieder im Gegensatz zum übrigen Werdenberg - skeptisch, ja ablehnend gegenüber. Wie in den meisten katholischen Gegenden empfand man sie hauptsächlich als Gefahr für den Glauben und weniger als Befreiungsbewegung. Mit dem Eid auf die neue Verfassung der Helvetischen Republik von Frankreichs Gnaden, der notgedrungen und höchst widerwillig geleistet wurde, endete die Gamser Untertanenzeit. Aus dem Werdenberg, dem Sarganserland, dem Toggenburg, der March, Gaster, See und Glarus entstand der Kanton Linth. Schlimm wirkte sich der Umstand aus, dass 1799 der Alpenrhein zur Grenz- und Frontlinie zwischen den Armeen Frankreichs und der Grossmächte Alt-Europas wurde. Das ganze Dorf war französische Truppenunterkunft, rücksichtslos wurden Vorräte requiriert und Arbeitseinsätze befohlen, von weiteren Bedrängnissen durch die gefürchteten Einheiten zu schweigen. Nach einem erzwungenen Rückzug der Franzosen besetzten General Hotzes Österreicher die Ostschweiz, was für die geplagte Bevölkerung freilich keinerlei Wende zum Besseren brachte.

Als sich unter Napoleon die Kriegsfronten weiträumig verändert hatten, erschütterten sogleich mehrere Staatsstreiche unser Land. Auch der Kanton Linth löste sich auf, und allein im Werdenbergischen bildeten sich fünf selbständige Zwergstaaten, auch in Garns, wo 150 Bürger an einer Versammlung ihre eigene Obrigkeit, nämlich einen Landammann und zwölf Richter, bestellten. Gleichzeitig wurden die Grenzen zur Republik Gams geschlossen zum Zeichen, dass man hier das Selbstbestimmungsrecht unter allen Umständen zu wahren gewillt war. 1803 setzte Napoleon diesem Zustand ein Ende und diktierte den Eidgenossen die Mediationsakte. Im neuen Kanton St. Gallen bildete das Werdenberg gemeinsam mit dem Oberland den Bezirk Sargans. Gams wurde mit dem benachbarten Grabs zu einem der 44 Wahlkreise vereinigt.

Die weitere kommunale Entwicklung war fortan fest an die des Kantons gebunden und weicht nicht entscheidend ab von derjenigen anderer st. gallischer Landgemeinden. Als einigermassen bezeichnend mag in jüngster Vergangenheit immerhin die Verwirklichung grosszügiger Planungen gelten: 1830 wurde der Saumpfad ins Toggenburg zur Fahrstrasse ausgebaut, von 1900 bis zur Gegenwart entstanden die Verbauungen und Korrektionen der Wildbäche mit teils sehenswerten, imposanten Sperrwerken, und 1957 konnte die Gesamtmelioration abgeschlossen werden. Wie in der ganzen Ostschweiz blühte hier von 1870 bis zum Ersten Weltkrieg die St. Galler Stickerei als äusserst einträgliche Heimindustrie. Nach deren katastrophalem Niedergang setzte zunächst zaghaft die eigentliche Industrialisierung ein, und vorübergehend spielte auch der Fremdenverkehr eine doch erwähnenswerte Rolle (Bad Gams mit eigener Schwefelquelle). Vor allem aber erfolgte die Rückbesinnung auf eine leistungsfähige Landwirtschaft. Die örtliche Emmentalerkäserei, eine der grössten der Schweiz, und die jährlichen Viehschauen sind heute stolzer Ausdruck dafür. Gesamthaft darf das heutige Angebot an Arbeitsplätzen in etlichen mittleren und kleineren lndustrie- und Gewerbebetrieben als ansehnlich bezeichnet werden.

 

 



 



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