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Eine interessante Sage aus Gams

Das Wetterglöcklein

Im Kirchturm zu Gams hängt ein uraltes Wetterglöcklein, dem eine tausendfach bewährte Kraft innewohnt. Bei jedem Herannahen eines Unwetters wird es sogleich geläutet, und man erzählt sich, dass sein wundersamer Klang schon Schäden unvorstellbaren Ausmasses abzuwenden vermocht habe. Die Gamser hatten deshalb nie das geringste Verständnis dafür, dass der eine oder der andere neu installierte Pfarrer angesichts von unheilschwangerem Gewölk nicht gleich ans Läuten dachte. In Windeseile erschienen dann leichtfüssige Kinder aus allen Dorfteilen im Kirchhof, um die Säumigen noch rechtzeitig an das unverzeihliche Pflichtversäumnis zu ermahnen. Seit es das Telefon gibt, treffen sogar Klagen vom Grabserberg her ein, wenn "die z Goms jenn" einmal nicht läuten. Andererseits sollen bei der Pfarrköchin auch schon Gaben von jenseits der Simmi abgegeben worden sein, wenn sich Blitz und Donner nach dem Geläute wieder verzogen hätten. Und das will immerhin etwas heissen!

Der Ruhm des Gamser Wetterglöckleins verliert sich aber keineswegs schon im Nachbardorf. Vor langer Zeit hatten die Appenzeller - und die wohnen ja sogar hinter den Kreuzbergen! - unter der Unbill der Witterung und missratenen Ernten schwer zu leiden. Endlich wussten sie sich nicht mehr anders zu helfen, als sich nach einer bewährten Wetterglocke umzusehen. Dass aber die beste weit und breit den Gamsern gehörte, das war auch ihnen bekannt. Und wer weiss, vielleicht hatte ja gerade sie die bösen Wetter in ihr Ländchen umgeleitet! Jedenfalls erschien eines Tages eine Anordnung des wackeren Bergvolks im Dorf. Sie scheint mit recht weitgehenden Befugnissen ausgestattet gewesen zu sein, denn als die Gamser von einem Verkauf ihrer Wunderglocke durchaus nichts wissen wollten, unterbreiteten ihnen die Appenzeller ein höchst verlockendes Angebot: Sie versprachen, den Kaufpreis in lauterem Gold zu bezahlen, und zwar in der Menge, was sie die Glocke randgefüllt zu fassen vermöchte. Aber selbst das brachte die Kirchbürger von Gams nicht ins Wanken. Die Glocke blieb im Dorf, und die Unterhändler zogen mit abschlägigem Bescheid von dannen.

Die heutige Einwohnerschaft rechnet ihren Vorfahren diese Standfestigkeit hoch an, denn vom schnöden Mammon aus einem solchen Linsengericht-Handel wäre ja ohnehin nichts mehr auf unsere Zeit gekommen. In unerschütterlicher Weitsicht hat sich die Gemeinde auch anlässlich des Kirchenneubaus im Jahre 1868 einhellig geweigert, die Wetterglocke zusammen mit allen andern Glocken einzuschmelzen und neu giessen zu lassen. Und das entgegen dem Willen ihres hochgelehrten Pfarrers Durgiai!

Quellangabe: Noldi Kessler, Das Fuhrwerk im Schutzgunten. Sagen aus Gams. Buchs 1991

 

 

 



 



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